Storytelling als Marketinginstrument

NÖN-Interview mit FALKEmedia-Geschäftsführer Thomas Wagner

 

Wer mit offenen Augen durch das Mostviertel fährt, entdeckt viel florierende Wirtschaft. Oft verborgen bleibt dabei, welche interessanten Köpfe sich hinter den Fassaden verbergen. Menschen, die vom Mostviertel aus weltweit tätige Konzerne leiten oder aber auch in ihren eigenen Betrieben Leistungen vollbringen, von denen kaum jemand weiß.

 

Im Gespräch mit Hans Schoder von der NÖN plauderte unser Geschäftsführer Thomas Wagner über das Image-Vakuum so mancher Unternehmen und Ansätze, oft verborgene „Schätze“ ins rechte Licht zu rücken.

 

Im Original ist das Interview im Magazin „Hallo Mostviertel!“ und auf www.noen.at erschienen.


 

Die NÖN hat mit FALKEmedia-Geschäftsführer Thomas Wagner über das Thema Storytelling als Marketinginstrument gesprochen.

NÖN: Herr Wagner, wie bewerten Sie als Werbe-Profi die Eigenvermarktung der regionalen Betriebe?

Thomas Wagner: Es gibt bei uns in der Gegend „Hidden Champions“, wie zum Beispiel die Firma Worthington in Gaming. Die sind Weltmarktführer, international extrem erfolgreich; beschäftigen vierhundert Leute aus 18 verschiedenen Nationen; haben ein tolles Marketing und produzieren unter anderem Hochdruckzylinder – Stahlflaschen, die jeder von uns kennt, oder neuerdings auch Wasserstofftanks. Und frage ich bei uns in Waidhofen die Leute, was da wenige Kilometer von ihnen entfernt Großes geleistet wird, dann weiß das fast niemand.

Andere Beispiele: Die mächtigen Überkopf-Wegweiser an unseren Autobahnen kommen von Forster aus Waidhofen, das wissen viele nicht. Gleiches gilt für die Firma Seisenbacher, die ganze Zugsysteme der Deutschen Bahn ausstattet. Oder – ganz aktuell – IFE-Türsysteme liefert demnächst über 3.000 U-Bahntüren für die Picadilly-Line -in London.

Oder ganz anders: Viele wissen nicht, dass die Firma Lietz am Standort Ybbsitz Ford-Modelle verkauft und durch besonders starke Hebebühnen auf Service für Nutzfahrzeuge spezialisiert ist. Das ist der Punkt. Dort, wo die Betriebe zu Hause sind, fehlt es der breiten Öffentlichkeit vielfach an Wissen zum Unternehmen und den Produkten. Das zieht sich wie ein roter Faden hinunter bis zum Kleinstbetrieb. Ich glaube, es gibt bei vielen Firmen so versteckte Spezifikationen, bei denen sie sich schwertun, das zu kommunizieren. Spätestens bei der Mitarbeitersuche kann sich fehlendes oder falsches Image negativ auswirken.

NÖN: Welche Lösungsansätze bieten Sie an?

Wagner: Im Grunde müssen wir zurück zu den Wurzeln. Einfach das erzählen, was Sache ist. Storytelling heißt der moderne Begriff dafür. Ich glaube, das ist eine aufsteigende Werbeform, weil wir heutzutage überflutet werden von Botschaften. Firmen – egal wie groß – sind gut beraten, potenziellen Kunden und Mitarbeitern in Wort und Bild mitzuteilen, wer sie sind und warum sie erfolgreich sind. Das schafft Sympathie und Aufmerksamkeit. Viele große Unternehmen haben ihren Standort im Mostviertel nicht nur, weil sie hier verwurzelt sind, sondern weil sie hier Potenziale sehen. Ich höre oft: Wir glauben an die Region und die Leute, die hier leben und arbeiten.

 


Dort, wo die Betriebe zu Hause sind, fehlt es der breiten Öffentlichkeit vielfach an Wissen zum Unternehmen und den Produkten. Das zieht sich wie ein roter Faden hinunter bis zum Kleinstbetrieb.– FALKEmedia-Geschäftsführer Thomas Wagner


 

NÖN: Gibt es präferierte Medienkanäle oder anders gefragt: Wo funktioniert Storytelling am besten?

Wagner: Grundsätzlich ist immer ein guter Mix die beste Lösung. Eine gute Homepage ist zweifellos wichtig. Falsch oder mangelhaft betreut, ist sie jedoch nutzlos. Interessantes Detail dazu: Google Analytics zeigt uns, dass ein Großteil aller Visits auf Websites die Team-Seite betreffen. Auch in der digitalen Welt bleibt der Mensch am Ende das Wichtigste. TV- und Videomarketing sind auch gute Instrumente, um regionale Themen in interessante Geschichten zu verpacken.

National gesehen macht Servus TV das hervorragend. Sehr interessant – und ich denke auch leichter erschwinglich – finde ich lokale Print-Magazine wie euer „Hallo! Mostviertel“. Storytelling braucht Platz, interessante Texte und schöne Bilder. Der viel zitierte Blick hinter die Kulissen; der authentische Alltagsbericht von einem Menschen, den wir vielleicht sogar kennen. Das macht Spaß beim Lesen und kann vielleicht bei der nächsten Job-Suche oder Produkt-Wahl eine Hilfe sein.

NÖN: Gibt es in Ihrer Agentur momentan eine Kampagne, die eine Geschichte erzählt?

Wagner: Ganz spontan fällt mir eines unser jüngsten Social-Media-Videos ein. Ein Kurzfilm zum aktuellen Step-Invest der Raiffeisenbank – angelehnt an einen Sprungturm im Bad. Wir haben die an sich sehr gute Grundaussage, „je höher du springst, desto größer das Risiko“ vereinfacht und ins Ybbstal transferiert – bildlich und sprachlich; das hat den Vorteil: jeder erkennt seine Umgebung; da kümmert sich wirklich die Raiffeisenbank Ybbstal in der Person von Reinhard Sulzbacher um das Thema. Ist ein wirklich netter Beitrag geworden, der weit über 10.000 Zugriffe hat.

Hier geht’s zum Step-Invest-Video der Raiffeisenbank Ybbstal.


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